Das Projekt in Zahlen
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01/2022 Baubeginn
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36 Mio € Gesamtkosten
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10/2025 Fertigstellung
1. Bauabschnitt nach Standortentwicklungsplanung
LWL-Klinik Lengerich, Parkallee 10, 49525 Lengerich
Die Architektur für die Neubau- und Umbaumaßnahmen wurden auf der Grundlage der Standortentwicklungsplanung bereits im Jahr 2018 vom LWL-BLB erarbeitet.
Mit der Zielplanung soll die LWL-Klinik Lengerich in eine zusammenhängende, kompakte, zentralisierte und wirtschaftliche Struktur hineingeführt werden. Die neuen Bauformen und das bestehende, denkmalgeschützte Gebäudeensemble werden für die Patient:innen eine geordnete und übersichtliche Orientierung mit einem erhöhten Wiedererkennungswert entstehen lassen.
Im ersten Bauabschnitt der Standortentwicklungsplanung der LWL-Klinik Lengerich werden die denkmalgeschützten Häuser 04 und 05 umgebaut und um einen Neubau (Haus 39) ergänzt. Damit werden 120 stationäre Betten in eine moderne Struktur überführt und zusätzlich 23 stationsintegrierte Tagesklinikplätze abgebildet. Zugleich wurden Aufnahme, Ambulanz, Therapieangebote sowie eine Küche mit Restaurant im Erdgeschoss realisiert. Mit der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes werden die wesentlichen Sekundärprozesse zentral gebündelt, Wege verkürzt und die Orientierung für Patient:innen, Besucher:innen und Mitarbeiter:innen deutlich verbessert;
Architektonisch knüpft das Konzept an das historische, symmetrische Klinikensemble um den denkmalgeschützten Innenhof an: Der Neubau ist als dreigeschossiger Baukörper in „Doppel-U“-Form mit Flachdach ausgebildet und definiert den nördlichen Abschluss des Areals. Der Haupteingang liegt in einem eingeschossigen Verbindungsteil zwischen den Häusern 04/05 und dem Neubau.
Die Stationsgeschosse organisieren sich um geschützte Innenhöfe mit klar gegliederten Flurzonen, viel Tageslicht und gut nutzbaren Aufenthaltsbereichen. In Materialität und Fassadengliederung entsteht ein bewusster Dialog zwischen Bestand und Neubau. Ein klinkersockelartiges Erdgeschoss und eine Holzfassade in den Obergeschossen schaffen Robustheit, Maßstäblichkeit und einen Bezug zur Umgebung und dem angrenzenden Teutoburger Wald.
Die Photovoltaikanlagen und die Technikzentralen wurden auf dem Dachgeschoss des Neubaus platziert.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Im Rahmen der Gesamt- Standortentwicklungsplanung:
Die Maßnahme zielt auf eine signifikante Reduzierung der bebauten Fläche von 20.684 m² auf 11.558 m² (44%), der verfolgten Bruttogrundfläche (BGF) von 71.376 m² auf 37.989 m² (46%) sowie der versiegelten Flächen von 28.252 m² auf 17.628 m² (37%). Gleichzeitig wird der erforderliche Klinik-Energiebedarf um ca. 55 bis 60% reduziert. Es erfolgt eine Optimierung bzw. Reduzierung der Leitungslängen der technischen Erschließungen (Strom- und Energieversorgung, Trinkwasserversorgung, Telekommunikation, Entwässerung usw.). Es gibt keine Eingriffe in die Waldstruktur des Teutoburger Waldes. Befestigte Flächen werden reduziert, wodurch kurze Wege für Ver- bzw. Entsorgung entstehen. Die vorhandenen PKW-Stellplätze (derzeit ca. 208 STP) werden zusammengefasst und können reduziert werden. Überdachte Fahrradstellplätze sind derzeit nicht vorhanden; es werden ca. 25 bis 30 neue, überdachte Stellplätze geschaffen, inklusive geplanter elektrischer Anschlüsse für E-Bikes. Es werden artenschutzrechtliche Maßnahmen berücksichtigt (Turmfalke, Dohle, Mauersegler und Fledermäuse) einschließlich der Herstellung neuer Nistbereiche. Flachdach- Regenwasserrückhaltung und begrünte Dachflächen werden realisiert. Eine bedarfsgerechte Nutzung des denkmalgeschützten Innenhofes durch die Patienten wird gewährleistet. Nach Fertigstellung der Zielplanung können freiwerdende Grundstücksflächen für nachhaltige, ökologische Planungen genutzt werden.
Im Rahmen der Umsetzung des 1. und 2. Bauabschnittes:
Nachhaltige Baukonstruktion und Tragwerke für die Neubaumaßnahmen, eine energieeffiziente Sanierung der Denkmäler (Dach, Fassade, Fenster), der allgemeine Einsatz umweltverträglicher Baustoffe, der Einbau von Vogelschutzverglasung, sowie die vor Ort gebrochene, recycelte und wiederverwendete Abbruchmaterialien der Häuser 21, 22, 23, 04/05, 29 und 30. Im Erdgeschoss erfolgt Mauerwerk kerngedämmt mit mineralischen Dämmstoffen; im 1. und 2. Obergeschoss eine kerngedämmte Holzfassade für Haus 39. Für die Neubaumaßnahmen der Häuser 40 und 41 wird in Anlehnung an die vorhandene Denkmalsubstanz ein Verblendstein ausgeführt. Zum sommerlichen Wärmeschutz trägt die Massivbauweise bei, die Heiz- und Kühlbedarf reduziert, verbunden mit einem optimierten Fensterflächenanteil. Die Geometrie der Baukörper ermöglicht einen hohen Anteil an Eigenverschattung, ergänzt durch außenliegenden, feststehenden Sonnenschutz. Abschließend wurde eine neue Begrünung des Innenhofes realisiert.
Innenausbau:
Eine ökologische Bauweise wird umgesetzt: Auf PVC-haltige Baustoffe und den Einsatz von tropischen Hölzern wird verzichtet. Stattdessen werden natürliche Bio-Bodenbeläge in den Zimmern eingesetzt, während belastbare Steinböden in den öffentlichen Erschließungsbereichen und der Ambulanz zum Einsatz kommen. Sonstige Nassbereiche wie Bäder und Nasszellen erhalten Fliesen. Die erarbeitete Grundrisskonzeption gewährleistet eine natürliche Belichtung und Belüftung aller Aufenthaltsräume und Verkehrsflächen. Es gibt keine innenliegenden Aufenthaltsräume, und die Raumtiefen betragen unter 6 Metern.
Gebäudetechnik:
Ein Photovoltaiksystem wird auf dem Dach des Hauses 39 errichtet, ergänzt durch ein gesamtes Energiekonzept für die LWL-Klinik Lengerich, das eine neue Wärmeversorgung sicherstellt. Dafür kommen zwei Brennwertkessel (Erdgas) sowie ein Niedertemperaturkessel (Holzpellets, Grundlastkessel) zum Einsatz; rund 20 Prozent der Wärme wird durch Holzpellets bereitgestellt. Zusätzlich wird eine Erdgas-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installiert, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt und ca. 140 kW elektrisch bzw. ca. 215 kW thermisch bereitstellt. Die Energiebilanz wird durch ein Niedrigtemperatur-Heizsystem optimiert. Der CO2-Ausstoß der Klinik liegt derzeit bei etwa 2.000 Tonnen und wird nach Abschluss der Zielplanung auf ca. 880 Tonnen verringert, was einer Einsparung von rund 1.120 Tonnen entspricht, entspricht dem Emissionswert von etwa 300 modernen Einfamilienhäusern. Zur Verbesserung des Raumklimas wird zusätzlich eine Lüftungstechnik mit adiabater Kühlung in den Patientenzimmern installiert. In den öffentlichen WC-Einrichtungen kommen Handwaschbecken mit Frischwasser- und Energieeinsparung durch Wasserspartasten zum Einsatz. Die Beleuchtung wird auf LED-Lampen umgestellt, und es erfolgen Systemaufschaltungen auf das LWL-Energiedatenmanagement. Die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2020) werden auch für die bestehenden Denkmäler erfüllt. Im ersten Bauabschnitt erhält das Vorhaben gemäß Förderbescheid eine BEG-Förderung von 2,272 Mio. €.
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